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Urkundlich erwähnt wird der Roschen oder Röschenhof, wie er später genannt wurde, relativ spät.

Die erste Erwähnung finden wir im ältesten Zinsregister der Pfarr Feuchtwangen von 1423. Hier wird im Eintrag 126 als Besitzer Winter Henslin genannt. (Wünschenmeyer). Hier heißt es: Item gibt Winter Henslin zu dem Roschen auch ein Pfund Wachs von einem ewigen Rind.

Die nächste urkundliche Erwähnung finden wir im UKB der Stadt Dinkelsbühl, U.K.Nr. 1614 vom 15. April 1454 . Hier verklagt die Reichsstadt Dinkelsbühl beim Landgericht Nürnberg, Ulin Rösch aus Feuchtwangen, um was es ging ist nicht bekannt.Die Stadt Dinkelsbühl verlor die Gegenklage, obwohl sie sich auf verbriefte Rechte von seiten Kaiser Friedrichs des III berief. Er herschte von 1313 bis 1330. Scheinbar hatte der Röschenhof schon damals, oder noch immer eine wichtige Bedeutung und es zeigt auf, daß dieser Hof schon immer ein wichtiger Punkt war.
Weitere Kunde erhalten wir aus dem Saalbuch der Stadt Feuchtwangen des Jahres 1465. Ulrich Rösch der Ältere ist mit dem Rat überkommen, gibt zu jeder Steuer vier Pfund dieweil er hinaus auf dem Röschenhof sitzt. Kann Bürger werden oder sich mit 10 Gulden Nachsteuer wieder von ihnen lösen.
Die nächste Kunde finden wir im selben Saalbuch von 1465. Hier wird Ulrich Rösch noch einmal genannt, er hat eine Wiese in Tefersbach (wohl Dettenbach) und einen Acker bei dem neuen Weiher bei St. Lienhardt. Hier dürfte es sich um den heutigen Schleifweiher handeln.
Im Jahre 1466 werden Stefan und Hans Rösch d.J. als Verspruchsleute der Stadt genannt, sie sind aber mit dem Röschenhof nicht in Verbindung zu bringen. Hans Rösch d. J. finden wir dann 1480 als Kirchenpfleger in Schopfloch und später als Vogt in Mönchsroth. UK. 1400 und UK. 1480 Urkundenbuch der Stadt Dinkelsbühl, Stefan Rösch erscheint später als Bauer in Mögersbronn.

Nach dem Jahre 1470 erfolgte auf dem Röschenhof ein erneuter Besitzerwechsel.
Es erscheinen die Schuh- Schuhlein (Schulein) als neue Besitzer. Im Jahr 1477 finden wir in einem Eintrag des Stadtvogtes Contz Rayder einen Eintrag über Vogtamtsabgaben. UK. St. A. Nbg.1477/165a/Nr.605
Für Schuh Peter und Lienhardt sind folgende Abgaben vermerkt:
Für Schuh Peter sechs Quart Haber und für Schuh Lienhardt 2 Hühner und zwei Vogtshühner. Es ist dies für einen Hof dieser Größe mehr als symbolische Abgabe zu betrachten. Die nächste Kunde erhalten wir dann 1484, hier wird dem Schuchlin vom Röschenhof vom Stift eine Fuhrlohn Rechnung bezahlt.
Die Röschenhofer waren nicht nur große Bauern, sondern immer auch Hauterer (Fuhrunternehmer mit Pferden). Es werden von Zeit zu Zeit immer wieder verheiratete Pferdeknechte erwähnt.
Auch einige Namensänderungen erfolgten in den Jahren zwischen 1470 und 1500. War zunächst der Name ?Schuh?, so war es 1484 ?Schuchlin?, im Jahre 1497 ?Schuhlein?. Es waren aber immer die gleichen Personen. Lienhardt Schuchlin, 1477 mit seinem Bruder auf dem Röschenhof, verließ diesen und machte sich in Unterdallersbach als Bauer selbständig. Er wird in einem Grundstückstreit in Maria Kappel als Zeuge genannt, UK. Buch DKB.Nr. 1614 vom 20.03.1486. Lienhardt war zu diesem Zeitpunkt 36 jahre alt, * 1450. Im Jahre 1497 ist er immer noch dort, im Jahre 1529 finden wir ihn dann mit seinem Sohn Jörg in Koppenschallbach wieder, wo er noch 1535 nachzuweisen ist.

Zurück zum Röschenhof. Auf dem Röschenhof hatte um 1490 ein Besitzerwechsel stattgefunden. Georg hatte von seinem Vater den Hof übernommen. Er wird im Reichssteuerregister von 1497 mit Frau Els genannt. Georg behält den Hof bis etwa 1530 im Besitz. Sein nachfolger wird Georg d. Junge. Er nannte sich zunächst Schuhlein, dann Schühlen, oder auch nach der Revolution Schürlein. Scheinbar war es nach der Reformation zur Mode geworden, seine Namen zu modernidieren. In den Steuerbüchern werden wechselnde Namen genannt, in den Kirchenbüchern die Richtigen.
Viele hatten auf den Röschenhof schon einen begehrlichen Blick geworfen, doch die Hartknäckigkeit seiner Besitzer hatten einen Verkauf verhindert. Der Röschenhof blieb bis zum Jahre 1717 im Besitz der Familie, bis zum Absterben des letzten Erben.

Nach dem letzten Besitzer, einem Adeligen, verfiel der Röschenhof immer mehr. Mitte des 18. Jahrhunderts wurde der Hof abgebrochen, die Grundstücke kauften umliegende Bauern und die Stadt Feuchtwangen.

Auf dem Gebiet des ehemaligen Röschenhofs befindet sich heute das Betriebsgelände der Rolladenfirma Schenk und das Baustofflager der Firma Stümpfig. Auf einem Teil der Felder steht heute ein großer Teil der Siedlung Hummelbuck, im westlichen Teil der ehemalige Schlachthof. Und natürlich die Walkmühle!


Im Jahre 1736 wurde de Röschenhof neu vermessen und kartographiert.Er umfasste zu diesem Zeitpunkt noch 92 Tagwerk Grundbesitz. Nach 1750 wurde der Röschenhof abgebrochen, die Felder an umliegende Bauern verkauft, soweit die Stadt Feuchtwangen sie nicht selbst in Besitz nahm.

Anmerkung: Kein Straßenname erinnert heute noch an die gewesene Geschichte. Obwohl heute ein ganzer Stadtteil auf seinen Fluren steht. Es ist dies kein Ruhmesblatt für unsere heutigen Stadtväter.

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