Betrachten wir die strategische Lage des Röschenhofs:

Der Röschenhof lag an der südlichen Furth über die Sulzach. Hier endete die von Dinkelsbühl kommende Alt, oder Höhenstraße. Diese Altstraße (Gabler) führte von Dinkelsbühl über Hellenbach – Dickerbronn – Mögersbronn – Aichenzell zur südlichen Sulzachfurth um dort den Fluß zu überqueren und dann in nördlicher Richtung am Ostufer der Sulzach Feuchtwangen zu erreichen.

Der Sluzachtalweg am östlichen Ufer führte in gerader Richtung über Koppenschallbach, Krapfenau nach Wittelshofenund Öttingen. Der westliche Sulzachtalweg führte über Herrenschallbach, Zehdorf und Sulzach nach Dürrwangen.
Nach der Sulzachüberquerung aus Richtung Dinkeldbühl führte ein gerader Weg bergwärts nach St. Ulrich weiter zur Dymenfurth (heutige Ameisenbrücke) weiter nach Dentlein oder Wieseth.

Alle diese Wege wurden in mittelalterlicher Zeit als Höhenwege angelegt. Sumpfige Täler mied man, wo immer es ging. Alle diese Altwege vereinigten sich am Röschenhof. Wer von Feuchtwangen kam, oder dorthin wollte, mußte den Röschenhof im Osten umfahren. Der Weg führte in einem weiten Bogen um den etwas höher liegenden Röschenhof herum. Der Hof war nur vom höchsten Punkt aus, im Osten, zugänglich. Lediglich der von Feuchtwangen kommende und zur Walkmühle führende Fußweg lief durch den rückwärtigen Teil des Röschenhofs hindurch und war nicht befahrbar.
Der Röschenhof selbst war eingefriedet. Teilweise mit Palisaden, ansonsten durch eine geschlossene Bauweise. Auch sonst war dieser Hof auf autarkes wirtschaften angelegt. Es war alles vorhanden, was unabhängig machte. So finden wir stattliche Wirtschaftsgebäude, Wohnhaus, Korbhaus, Backhaus, zwei Brunnen, außerdem hatten die Röschenhöfer eigene Fischweiher (einst ein herrschaftliches Privileg), und eine eingezäunte Hutung mit Schafhaltung. Auch die Weidegerechtigkeit und das Hirtenhaus zu Zehdorf dürften einst dazu gehört haben. Das Hirtenhaus war 1628 Witwensitz der Röschenhofer.

Dazu kam noch ein sehr umfangreicher Grundbesitz. Die Feldmark des Röschenhofes reichte von Aichenzell im Westen bis zur Starße nach St. Ulrich im Osten und von der Stadtgrenze im Norden bis vor Koppenschallbach. Es war ein in sich geschlossenes Gebiet. Wie groß das Gebiet ursprünglich war, ist nicht bekannt, es dürfte aber weit größer gewesen sein, als im Jahre 1530 noch nachgewiesen werden kann. Im Jahre 1530 der Röschenhof noch ca. 130 Tagwerk Grund auf einem Stück. Genau genommen waren es 130 1/4 Tagwerk Grundbesitz im Jahre 1535. Wieviel vorher schon an weichende Erben abgegeben wurde, wissen wir nicht. Aber das etwas abgegeben wurde, darauf deuten gewisse urkundliche Einträge hin.
So zum Beispiel folgendes: Um die Jahre 1490 übernahm Georg Schuhlein von seinem Vater den Röschenhof, sein Bruder Hans heiratete nach Aichenzell. Er lebte dort bis ca. 1530, sein Sohn Hans wurde ab 1533 in Kaltenbronn ansässig, und nun das interessant: Er starb vor 1553, in der Aufzählung der stiftischen Hölzer von 1553 wird das Pfaffenholz genannt (Umfang ca. 300 Tagwerk), gleichzeitig wird erwähnt, daß diese Holz ursprünglich ein ?Erblehen? das Hans Schürlein war. Stammte diese Holz vielleicht aus dem Röschenhofer Erbe? Auch andere Hölzer, die der spätere Röschenhofbauer Rösch verkaufte, könnte behaltenes Gut gewesen sein.

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